Fernweh
Als erstes, wenn man nach so langer Zeit wieder nach Hause kommt, macht man die Dinge, auf die man so lange hat verzichten müssen. Hier eine warme Dusche, da ein ordentliches Essen – nie wieder Reis! Das Leben könnte nicht schöner sein. Doch bald fallen einem die Kulturunterschiede wieder auf. Keiner interessiert sich mehr für einen. Dabei könnte man so schöne Geschichten erzählen. Und die paar die es am Ende doch interessiert hat haben die immer blumig werdenden Anekdoten spätestens nach dem dritten Mal satt. Spöttischere Zeitgenossen neigen nach der vierten Erzählung dazu, die Veränderung des dramaturgischen Verlaufes in Abhängigkeit von der Zeit die inzwischen vergangen ist, zu betrachten und versauen einem genau im Höhepunkt der Erzählung die Pointe, indem sie einen zurück auf den Teppich holen. Danke Freunde! Danke!
Irgendwann sitzt man dann da und blättert durch die alten Bilder. Und dabei geschieht etwas. Eine kleine Flamme erwächst tief in einem drinnen und nährt sich von den Erinnerungen die diese Bilder wachrufen. Dann schließt man die Augen, hört auf seinen Herzschlag und schon ist man wieder da. Auf dem Motorrad, links und rechts fließt der Regenwald an einem vorbei, der Geruch des feuchten Waldes steigt einem in die Nase.
Dann öffnet man die Augen, hat Wehmut im Blick und verspürt auf einmal das Verlangen zur nächsten Mahlzeit Reis zu essen.
Das Fernweh ist geboren!
1 Kommentare:
nur leider ist dann da auch enttäuschung, wenn man wieder zurück kommt... es hat sich etwas verändert - nur was, ist schwer zu sagen.
und es wird nicht mehr wie früher sein, wie in den erinnerungen. :(
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